„Die Prüfung der Seele“ von Rudolf Steiner

– Freies Schauspiel-Ensemble Witten –

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Am 29.10. durfte ich bei Ihnen das Mysteriendrama sehen und bin immer noch unter dem tiefen Eindruck dieses Erlebnisses.
Es war eine wunderbare Aufführung – kaum glaublich, dass es Laien waren, die da spielten!
Neben der schauspielerischen Leistung haben mir auch die vielen guten Ideen der Regie gefallen, so z.B. das Puppenspiel der Frau Balde, die Darstellung von Johannes‘ Doppelgänger mit der Taschenlampe, der Einsatz des Beamers, der ohne Effekthascherei dort eingebracht wurde, wo es Mehrwert brachte. Die Dialoge zwischen Estella und Sofia (die mich in den Originalen eher ein bisschen plakativ-peinlich anmuten), fand ich sehr gelungen, wie augenzwinkernd-humorvolle Kommentare mit Tiefgang.
Auch der Spielort Theater Aparte war richtig angemessen der Bedeutung des Dramas, ein bisschen improvisiert, ein bisschen eng, mit dichter Atmosphäre. Wirklich schön!

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Wir spielen wieder! Am 29. und 30. Oktober und am 1. und 4. November 2022 werden wir das 2. Mysteriendrama „Die Prüfung der Seele“ von Rudolf Steiner aufführen.

In Witten-Annen im Theater Aparte. Eintritt 20/15 €.

Liebe Leser:innen,

das Mysteriendrama bedeutet für unsere Gruppe eine große und herrliche Herausforderung. Corona und in dessen Gefolge die nicht gerade freundlich gesinnte öffentliche Meinung gegenüber der Anthroposophie haben eine atmosphärische Trübe über die Welt und unser Projekt gelegt, die es zu durchlichten gilt. Stärker noch als früher sind wir gefordert, den geistigen Kampf aufzunehmen und Kleinmut und Zweifel abzuwehren. Was wir haben, ist unser freier Wille, unsere Vision und siehe: unser Pflänzchen hat schon Wurzeln geschlagen, keimt und will blühen

Der Inhalt des über hundert Jahre alten Dramas ist hochaktuell. In der „ Prüfung der Seele“  müssen alle geistig strebenden Protagonisten schmerzhaft ihren Schatten begegnen: Professor Capesius geht angesichts der Pflichten, die sich aus der Rückschau ins Mittelalter ergeben, in die Knie;  Dr. Strader wird fast irre angesichts der Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnismöglichkeiten und wendet sich – abgekämpft und verzweifelt –  gänzlich von allem geistigen Streben ab; Johannes verdrängt fanatisch seine Leidenschaft zu Maria, taumelt in Luzifers Arme und entsagt seinem bisherigen spirituellen Weg; Maria muss altes Karma schmerzhaft auflösen, doch sie hält dem Blick in den Spiegel stand, kann Ahriman besiegen und Capesius und Johannes dürfen zukünftig auf ihre liebevolle Unterstützung hoffen. 

Die Mannschaft

Einige Spieler vom 2016-Team haben sich wieder eingefunden. Neue kamen hinzu. Alte Bühnenhasen und Bühnenfrischlinge mischen sich.

Ich heiße Wolfgang Dornwald und bin mal Waldorflehrer gewesen, habe viele Klassenspiele u.a. inszeniert, bin nun kulturell unterwegs, führe Regie und verantworte die Unternehmung.

Stand der Dinge

  • Das Theater Aparte mit seinem deutsch-russischen Künstlerehepaar Katja und Boris hat uns in der Corona-Zeit herzlich und warm aufgenommen. Es liegt im Hinterhof in Witten Annen, ist winzig klein, hat nur 40 Zuschauerplätze und mutet so ganz anders an als die großen Waldorf-Schulbühnen. Wie soll ein Mysteriendrama da reinpassen? Doch wir haben das Gefühl, dass in diesen bewegten Zeiten ein Rückzug in die Katakomben angemessen und die intime Atmosphäre dem Stück nicht abträglich sein könnte.
  • Die Bühnenmusik werden Christoph Damm, Posaunist und Musiklehrer an der Rudolf Steiner Schule Bochum und sein Kollege Werner Neumann improvisierend zur Entfaltung bringen.
  • Das Bühnenbild gestalten Christiane Schlieker-Erdmann, Christiane Uffmann, Georg Dahlhausen und Wolfgang Dornwald.
  • Die Kostüme entwirft und fertigt Lena Martin vom Theater Total. Janine Köhler ist vor Ort zuständig.

Die Inszenierung

Unsere Zeit braucht Erkenntnis der geistigen Welt und Zusammenarbeit mit ihr. Dafür ist das Mysteriendrama und dessen Umsetzung Inspirationsquelle und Übungsfeld. Die Lautwesen sind unsere Lehrmeister und der dramatische Kurs von Rudolf Steiner ist unser Lehrbuch.

Beraten von Johannes Keil habe ich mir einige dramaturgische Eingriffe erlaubt, das Drama auf dreieinhalb Stunden gekürzt, den Text an einigen Stellen bearbeitet, Rollen gestrichen und zwei ergänzt: nämlich Sophia und Estella aus dem ersten Drama tauchen wieder auf und führen dialogisch durchs Stück. Wir sind gespannt, ob wir unser Ziel, das Mysterium auch für „Unbelesene“ verdaulich zu machen, erreichen werden.

Die Spieler:innen und ihre Rollen

GestaltGespielt von
Maria, Mönch, BertaClaudia Beate Röhrig
Felicia Balde, Frau Kühne, 1. BäuerinPetra Keil
Philia, die andre Philia, EstellaAnne Scharlipp
Astrid, 2. Bäuerin, Cäcilia – genannt CilliKatharina Steffan
LunaJulia Joswig
LuciferSusanna Dornwald
Professor Capesius, 1. Präzeptor, 3. BauerJohannes Keil
Ahriman, Dr. Strader, Simon – der JudeDr. Josef Bailey
Johannes Thomasius und ThomasThomas Weppel
Felix Balde, Joseph KühneWolfgang Mey
Benedictus, Geist des BenedictusDr. Niklas Quecke
Der Großmeister, Estellas FreundWolfgang Dornwald
2. Präzeptor, 2. Bauer, TheodosiusJan Nerger
Romanus, 1. BauerJean-Pierre van Aalst
Die Stimme des GewissensChristoph Damm

Musik: Christof Damm und Werner Neumann

Szenenfotos aus „Die Pforte der Einweihung“ 2016

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    Titelbild: Freepik